Diesen Dienstag war die Fachschaft zu Gast am Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor. Herr Professor Schmitt hat mit seiner Einladung auf Eure Kritik und Euren Unmut zum Modul Grundlagen der Elektrotechnik für mechatronische Systeme (GEMS) reagiert. Gegenstand des Gesprächs war unter anderem die unerwartete Änderung des Klausurschwerpunkts, das Bewertungsverfahren, die Betreuung der Übungen und Hausaufgaben, aber auch das Verhalten einiger Studierender, insbesondere in den sozialen Medien. 

Wir möchten uns bei Herrn Professor Schmitt bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Fachschaft bei Kritik an einem Modul aktiv eingeladen wird. Wir sind uns einig, dass Lehre und Prüfung kompetenzorientiert sein müssen. Die Anforderungen an die Studierenden dürfen trotz der besonderen Herausforderungen des Corona-Semesters nicht gesenkt werden. 

Allerdings herrschte auch in relevanten Punkten Uneinigkeit. Aus unserer Sicht handelt es sich bei Teilen der Klausur trotz ihrer ungewöhnlichen Form um ein Antwort-Wahl-Verfahren („Multiple Choice“). Die Veränderung des Klausurschwerpunkts wurde mit der Veröffentlichung der Altklausur begründet, zu der man nun eine vollständig „disjunkte“ Klausur stellen musste. Dies hielten wir für nicht erforderlich, weil kein triftiger Grund dazu bestand und gerade diese Veröffentlichung zur Verwirrung beitrug. Etwaige Andeutungen des Lehrstuhls, nach denen die Veröffentlichung der Klausur auf Drängen von Studierenden erfolgte, sind nicht korrekt und führten zu unberechtigten Schuldzuweisungen. Außerdem haben wir erläutert, dass die Lehre durch die kurzfristige Umstrukturierung der Klausur nicht ausreichend auf die Prüfung vorbereitet hat. 

An dieser Stelle möchten wir noch einmal an das Recht aller Studierenden erinnern, eine Kopie ihrer Klausur zu erhalten: https://www.asta.rwth-aachen.de/einsichtnahmen-aber-richtig/ (vgl. §22 Abs. 3 ÜPO)
Wir haben den Lehrstuhl darauf hingewiesen, dass die Klausureinsicht nicht nur zur Überprüfung der Richtigkeit der Korrektur da sein darf. Studierende müssen aus ihren Fehlern lernen können, sodass entweder eine Musterlösung zur Verfügung zu stellen ist oder die korrekten Lösungswege erklärt werden müssen. Der Lehrstuhl hat zugesagt, darauf verstärkt einzugehen. Wir empfehlen Euch hierzu, selbst einmal die Handreichung Einsichtnahme (fsmb.eu/handreichung_einsicht) zu lesen. 

Wir haben den Lehrstuhl darauf hingewiesen und sind uns mit ihm darüber einig, dass durch seine Äußerungen keineswegs der Eindruck entstehen darf, es sei moralisch verwerflich, wenn Studierende ihr Recht einfordern. 

Leider haben einige Studierende durch ihre Äußerungen unsere Kommunikation mit dem Lehrstuhl erschwert. Auch Professor*innen und Assistent*innen sind nur Menschen und verdienen einen respektvollen Umgang. Polemische und unverschämte Äußerungen von einzelnen Studierenden – noch dazu anonym – beschädigen das Ansehen aller Studierenden und erschweren uns Eure Interessensvertretung. Wir verurteilen dieses Verhalten! 

Wir freuen uns, auch in Zukunft in weiteren Treffen mit dem Lehrstuhl über das Feedback aus den Evaluationen und mögliche Verbesserungen des Moduls zu sprechen. 

Bei weiteren Fragen schreibt uns eine Mail an lehre@fsmb.rwth-aachen.de